Keratokonus: Hornhautverformung früh erkennen und den Verlauf kontrollieren

Von |Published On: August 26th, 2026|15,3 min read|Last Updated: August 25th, 2026|

Ihre Sehstärke ändert sich ständig. Die Brille passt kaum noch. Dann ist es Zeit, der Ursache auf den Grund zu gehen.

Bei Keratokonus wölbt sich die Hornhaut kegelförmig nach vorne und wird dabei immer dünner. Das Ergebnis: verzerrte Bilder, die sich mit einer normalen Brille irgendwann nicht mehr korrigieren lassen.

Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehrere Zehntausend Menschen an Keratokonus erkrankt, was einer Häufigkeit von etwa 1 zu 2.000 Einwohnern entspricht.. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt.

Die Erkrankung beginnt oft schleichend, meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Früh sieht sie aus wie eine gewöhnliche Hornhautverkrümmung.

Genau deshalb durchlaufen viele Betroffene jahrelang mehrere Arztbesuche, bevor die genaue Diagnose gestellt wird.

Der Zeitpunkt der Diagnose entscheidet über Ihre Behandlungsmöglichkeiten. Denn nur das UV-Crosslinking kann das Fortschreiten nachweislich aufhalten – vor allem in den frühen Stadien.

Wer zu spät kommt, für den bleibt am Ende oft nur die Hornhauttransplantation.

Die gute Nachricht: Bei rund 80 % aller Keratokonus-Fälle lässt sich die Fehlsichtigkeit mit Kontaktlinsen gut korrigieren.

Was Keratokonus wirklich ausmacht, woran Sie ihn erkennen und welche Behandlungen heute möglich sind – hier im Überblick.

Das erfahren Sie hier

  • Was Keratokonus von einer gewöhnlichen Hornhautverkrümmung unterscheidet
  • Welche Frühwarnzeichen im Alltag auf einen Keratokonus hinweisen können
  • Wie die Erkrankung verläuft und warum der Zeitpunkt der Diagnose zählt
  • Welche Behandlungsoptionen – von Kontaktlinsen bis Crosslinking – heute verfügbar sind
  • Wann eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll ist und was dabei geprüft wird
  • Warum Familienangehörige von Betroffenen ebenfalls zur Vorsorge gehen sollten

Was ist Keratokonus – und was unterscheidet ihn von normaler Hornhautverkrümmung?

Beim Keratokonus verformt sich die Hornhaut (die klare Vorderseite des Auges) kegelförmig nach vorn. Das unterscheidet ihn grundlegend von einer normalen Hornhautverkrümmung.

Eine Patientin zur Augenuntersuchung für Keratokonus.

Ein regulärer Astigmatismus bedeutet: Ihre Hornhaut ist gleichmäßig, aber zu stark gekrümmt. Eine Brille gleicht das in der Regel gut aus.

Beim Keratokonus verdünnt sich die Hornhaut und wölbt sich unregelmäßig vor. Es entsteht ein sogenannter irregulärer Astigmatismus – eine ungleichmäßige Verkrümmung.

Diesen irregulären Astigmatismus kann eine Brille oft nicht vollständig korrigieren.

Der Keratokonus tritt fast immer an beiden Augen auf. Häufig ist ein Auge jedoch stärker betroffen oder zeigt zunächst keine Beschwerden. Die symptomfreie Frühform wird als Forme-Fruste-Keratokonus bezeichnet. Sie bleibt bei Standarduntersuchungen meist unbemerkt und lässt sich erst durch spezialisierte Bildgebung frühzeitig erkennen.

Wie sich die beiden Krümmungen unterscheiden, zeigt die folgende Übersicht:

MerkmalNormaler AstigmatismusKeratokonus
Hornhautformgleichmäßig, zu stark gekrümmtverdünnt, unregelmäßig kegelförmig
Korrektur mit Brillemeist gut möglichoft nicht vollständig möglich
Verlaufstabilfortschreitend
BehandlungsansatzBrille oder Kontaktlinsenje nach Stadium bis zur Operation

Der Keratokonus ist die häufigste aller Hornhautdegenerationen. Er zählt zudem zu den häufigsten Gründen für eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik).

In Deutschland gilt er als seltene Erkrankung mit einer Häufigkeit von 1:2.000 – das entspricht rund 40.000 Betroffenen (Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. – DOG). Fachleute schätzen die tatsächliche Zahl höher ein, da der Keratokonus im Frühstadium leicht übersehen wird.

Gut zu wissen: Oft ist ein Auge früher betroffen als das andere. Deshalb lohnt sich eine genaue Untersuchung beider Augen – auch bei Beschwerden an nur einem Auge.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Ob bei Ihnen ein Keratokonus vorliegt, lässt sich nur mit speziellen Messgeräten klären.

Keratokonus-Symptome: Diese Zeichen sollten Sie kennen

Die ersten Anzeichen eines Keratokonus wirken oft harmlos. Ihr Sehen wird schlechter, die Brille passt nicht mehr richtig – und eine neue hilft nur kurz.

Genau dieses Muster ist verräterisch. Wechseln Ihre Brillenwerte innerhalb kurzer Zeit mehrfach, oft mit veränderter Achse, sollte ein Augenarzt das genauer einordnen.

Typisch ist verzerrtes oder verschwommenes Sehen, häufig zuerst nur auf einem Auge. Der Keratokonus betrifft fast immer beide Augen, oft aber ein Auge früher oder stärker.

Viele Betroffene bemerken zudem eine starke Lichtempfindlichkeit. Um Lichtquellen sehen Sie Ringe oder Strahlen (Halos) – besonders nachts beim Autofahren stört das erheblich.

Dazu kommen oft Doppelbilder, Schatten oder Schlieren im Sichtfeld. Bei Dämmerung und schwachem Licht sehen Sie schlechter als gewohnt.

In schweren Stadien kann sich die Hornhaut sichtbar nach vorn wölben. Das ist ein spätes Zeichen und tritt nicht bei jedem auf.

Der Grund für diese Beschwerden: Die kegelförmige Verformung erzeugt eine unregelmäßige Hornhautverkrümmung. Eine Brille kann diese Unregelmäßigkeit nicht sauber ausgleichen.

Deshalb bessert eine neue Brille das Sehen oft nur für kurze Zeit.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Sie waren innerhalb eines Jahres zweimal beim Optiker, doch das Nachtfahren fällt weiterhin schwer. Ampeln und Scheinwerfer verschwimmen zu Lichtkränzen.

Solche Verläufe lassen sich mit einer Hornhautmessung klären. Sie zeigt, ob hinter der Sehverschlechterung mehr steckt als eine gewöhnliche Fehlsichtigkeit.

Wenn Sie mehrere dieser Zeichen bei sich erkennen, ist eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll. Dieser Artikel ersetzt sie nicht.

Kurz gesagt: Keratokonus beginnt oft mit Zeichen, die wie eine gewöhnliche Sehverschlechterung wirken. Häufig wechselnde Brillenwerte, Lichtempfindlichkeit und verzerrtes Sehen – besonders auf einem Auge – sind typische frühe Hinweise.

Ursachen und Risikofaktoren: Warum entsteht Keratokonus?

Die genauen Ursachen des Keratokonus sind bis heute nicht abschließend geklärt. Die Uniklinik Köln beschreibt sie als weitgehend unbekannt.

Fest steht aber: Mehrere Faktoren spielen zusammen. Dazu gehören eine erbliche Veranlagung, bestimmte Begleiterkrankungen und das eigene Verhalten.

Ein zentraler Baustein liegt in der Hornhaut selbst. Bei Betroffenen sind die Kollagenmoleküle (die stützenden Eiweißfasern des Gewebes) unzureichend miteinander vernetzt.

Dadurch verliert die Hornhaut an Festigkeit. Sie hält dem normalen Augeninnendruck nicht mehr stand und wölbt sich langsam nach vorn.

Auch die Gene spielen eine Rolle. Keratokonus tritt in manchen Familien gehäuft auf.

Ein Risikofaktor, den Sie selbst beeinflussen können, ist das Augenreiben. Häufiges und kräftiges Reiben schwächt die Hornhautstruktur zusätzlich.

Es kann eine bestehende Erkrankung beschleunigen. Vielen Betroffenen ist dieser Zusammenhang nicht bewusst – sie reiben aus Gewohnheit.

Bestimmte Erkrankungen treten gemeinsam mit Keratokonus auf. Dazu zählen die Neurodermitis (atopische Dermatitis, eine chronische Hautentzündung) und eine Schilddrüsenunterfunktion.

Auffällig ist zudem, wen die Erkrankung häufiger trifft:

GruppeHäufigkeit
Menschen mit Down-SyndromPrävalenz bis zu 15 %
Männer im Vergleich zu Frauendoppelt so häufig betroffen (Uniklinik Köln)

Kennen Sie einen dieser Risikofaktoren aus Ihrer Familie oder Krankengeschichte, lohnt sich eine augenärztliche Kontrolle. Wir schauen dabei gezielt auf Form und Dicke der Hornhaut, um frühe Veränderungen zu erkennen, bevor Sie etwas bemerken.

Gut zu wissen: Wenn jemand in Ihrer Familie Keratokonus hat, ist eine augenärztliche Vorsorgeuntersuchung für Geschwister und Kinder sinnvoll – auch ohne aktuelle Beschwerden. Frühe Stadien sind oft symptomlos.

Keratokonus-Verlauf: Wie entwickelt sich die Erkrankung?

Der Keratokonus beginnt meist im zweiten Lebensjahrzehnt, häufig ab der Pubertät. Er kann sich bis ins vierte oder fünfte Lebensjahrzehnt weiterentwickeln.

Eine Frau mit Lichtempfindlichkeit aufgrund eines Keratokons.

Die Erkrankung betrifft fast immer beide Augen. Oft zeigt sich der Verlauf aber auf einem Auge früher und deutlicher.

Der Keratokonus schreitet in Stadien fort. Am Anfang bemerken Sie meist eine leichte Kurzsichtigkeit mit unregelmäßiger Hornhautverkrümmung.

Mit der Zeit wölbt sich die Hornhaut stärker vor und wird dünner. Genau diese Verformung erschwert das scharfe Sehen zunehmend.

Wie schnell das geht, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Bei manchen bleibt der Keratokonus mild, bei anderen schreitet er über Jahre deutlich voran.

In frühen Stadien hilft eine Brille oft noch ausreichend. Sie gleicht die leichte Fehlsichtigkeit vorübergehend aus.

In mittleren und späten Stadien reicht das meist nicht mehr. Dann sind Sie zunehmend auf formstabile Kontaktlinsen oder einen operativen Eingriff angewiesen.

Häufig verlangsamt sich der Verlauf im dritten bis vierten Lebensjahrzehnt. Das gilt aber nicht für alle Betroffenen – bei manchen bleibt die Entwicklung länger aktiv.

Gerade jüngere Patientinnen und Patienten unterschätzen anfangs oft, wie unterschiedlich die beiden Augen betroffen sein können.

Weil der Verlauf so unterschiedlich ist, lässt sich der weitere Weg nicht vorhersagen. Eine augenärztliche Untersuchung zeigt, in welchem Stadium sich Ihre Hornhaut gerade befindet.

Dieser Artikel ersetzt keine solche Untersuchung.

Kurz gesagt: Keratokonus schreitet nicht bei allen Betroffenen gleich schnell voran. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind entscheidend, um den Verlauf zu beobachten und den richtigen Behandlungszeitpunkt nicht zu verpassen.

Diagnose: Wie wird Keratokonus erkannt?

Ein Keratokonus lässt sich nur durch spezielle Messverfahren beim Augenarzt sicher feststellen. Ein einfacher Sehtest genügt nicht.

Es sind zwei Untersuchungen: die Hornhauttopographie und die Hornhauttomographie. Beide vermessen die Hornhautoberfläche und die Hornhautdicke dreidimensional.

In frühen Stadien ist die Diagnose schwierig. Die Erkrankung ähnelt zunächst einer gewöhnlichen Hornhautverkrümmung oder Kurzsichtigkeit.

Deshalb werden erste Anzeichen oft anderen Ursachen zugeschrieben. Viele Betroffene suchen über Jahre mehrere Ärzte auf, bevor die richtige Diagnose feststeht.

Bestimmte Zeichen machen den Augenarzt hellhörig. Dazu zählen eine zunehmende Kurzsichtigkeit (Myopie) und häufig wechselnde Brillenwerte, insbesondere mit einer Veränderung der Zylinderachse

Auch ein irregulärer Astigmatismus ist ein Hinweis. Damit ist eine unregelmäßige Verkrümmung gemeint, die sich mit einer normalen Brille nicht sauber ausgleichen lässt.

Ergänzend beurteilt der Augenarzt die Hornhautstruktur an der Spaltlampe. Dieses Mikroskop zeigt feine Veränderungen im Gewebe.

Je früher der Keratokonus erkannt wird, desto mehr Behandlungsoptionen bleiben offen.

Das gilt besonders für hornhauterhaltende Verfahren wie das Crosslinking. Es kommt vor allem in frühen Stadien infrage.

Ohne rechtzeitige Diagnose kann die Hornhaut fortschreitend dünner werden. In späteren Stadien sind die Möglichkeiten oft eingeschränkter.

Eine Untersuchung schafft Klarheit. Wenn Ihre Brillenwerte sich auffällig oft ändern, sprechen Sie eine Hornhautmessung gern in unserer Sprechstunde an.

Kurz gesagt: Die Diagnose Keratokonus kann nur der Augenarzt mit speziellen Messgeräten stellen. Ein Sehtest allein reicht nicht aus. Wer häufig wechselnde Brillenwerte bemerkt, sollte eine Hornhautmessung ansprechen.

Keratokonus-Behandlung: Von Kontaktlinsen bis Crosslinking

Für den Keratokonus gibt es zwei Ziele: das Sehen verbessern und das Fortschreiten aufhalten. Welche Behandlung passt, hängt vom Stadium und von Ihrer Hornhaut ab.

Die passende Wahl treffen Sie gemeinsam mit Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt.

Eine Brille hilft nur in frühen Stadien. Sobald sich die Hornhaut stärker verformt, entsteht ein irregulärer Astigmatismus, den Gläser nicht mehr ausgleichen.

Kontaktlinsen korrigieren den Keratokonus deutlich besser. In rund 80 % der Fälle kann so eine bestmögliche Sehschärfe erzielt werden.

Welcher Linsentyp geeignet ist, richtet sich nach Stadium und Verträglichkeit:

LinsentypBeschreibungTypisches EinsatzstadiumBesonderheit
Formstabile LinsenHarte, formstabile KontaktlinsenFrühe bis mittlere StadienGleichen unregelmäßige Krümmung aus
HybridlinsenHarter Kern, weicher RandMittlere StadienVerbessern den Tragekomfort
Sklerale LinsenStützen sich auf die LederhautBei Unverträglichkeit anderer LinsenBerühren die Hornhaut nicht

Kontaktlinsen verbessern das Sehen, halten den Keratokonus aber nicht auf.

Dafür gibt es das UV-Crosslinking (CXL) mit Riboflavin (Vitamin B2). Dabei werden die Kollagenfasern der Hornhaut verstärkt und das Gewebe stabilisiert.

CXL ist derzeit die einzige Behandlung, die das Fortschreiten des Keratokonus nachweislich über Jahre aufhält. Sie wird vor allem in den Stadien I und II eingesetzt, solange die Hornhaut noch eine ausreichende Dicke aufweist.

Gut zu wissen: Das Crosslinking verbessert Ihre Sehschärfe nicht wesentlich. Auch danach benötigen Sie in der Regel weiterhin eine Sehhilfe.

Corneale Ringsegmente (etwa INTACS oder CAIRS) sind dünne Implantate in der Hornhaut. Sie verbessern deren optische Eigenschaften.

In Kombination mit CXL erzielen sie einen doppelten Effekt: therapeutisch und optisch.

Reicht all das nicht mehr aus, bleibt die Hornhauttransplantation. Bei der DALK (schichtweise Übertragung) werden nur die äußeren Hornhautschichten ersetzt.

Die perforierende Keratoplastik überträgt die gesamte Hornhaut. Sie kommt bei fortgeschrittenem Keratokonus infrage, wenn andere Optionen ausgeschöpft sind.

In unserem Augenzentrum liegt der Schwerpunkt auf Diagnose, Verlaufskontrolle und Kontaktlinsenanpassung bei Keratokonus. Eingriffe wie das UV-Crosslinking oder eine Hornhauttransplantation werden an spezialisierten Zentren durchgeführt – wir untersuchen Ihre Hornhaut, begleiten den Verlauf und überweisen Sie bei Bedarf gezielt weiter. Welcher Weg für Sie sinnvoll ist, klären wir in einer persönlichen Untersuchung

Leben mit Keratokonus: Alltag, Beruf und Führerschein

Mit einem Keratokonus lässt sich in der Regel ein weitgehend normaler Alltag führen. Entscheidend sind eine gute Versorgung des Sehens und die regelmäßige augenärztliche Begleitung.

Ein Mann der am Bürotisch sitzt und an Keratokonus leidet.

Bei Bildschirmarbeit gibt es meist keine Einschränkungen, sofern Ihre Kontaktlinsen gut sitzen. Da die Blinzelfrequenz am Monitor sinkt, sollten Sie auf regelmäßige Pausen, ausreichende Augenbenetzung und eine gute Beleuchtung achten.

Beim Sport gilt besondere Vorsicht bei Kontaktsportarten. Hier ist das Risiko für Augenverletzungen erhöht – besprechen Sie geeignete Aktivitäten mit Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt.

Ein Punkt ist besonders wichtig: Vermeiden Sie Augenreiben konsequent. Reiben kann die Hornhaut zusätzlich schwächen.

Beim Führerschein müssen Sie die gesetzlichen Anforderungen an die Sehschärfe erfüllen. Mit einer guten Korrektur durch Kontaktlinsen ist das in vielen Fällen möglich.

Ob Sie die Vorgaben erreichen, klärt eine individuelle Untersuchung. Verlassen Sie sich hier nicht auf allgemeine Aussagen, sondern lassen Sie Ihr Sehen konkret prüfen.

Im Beruf hängt vieles von den Sehanforderungen Ihrer Tätigkeit ab. Eine frühzeitige Versorgung hilft, Ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

Die Diagnose trifft viele Menschen im jungen Erwachsenenalter. Das kann belastend sein – gerade wenn die Zukunft noch offen wirkt.

Ein offenes Gespräch über Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten schafft Orientierung – Klarheit über die eigenen Optionen nimmt oft einen Großteil der Unsicherheit.

Kurz gesagt: Mit der richtigen Kontaktlinsenversorgung und regelmäßiger augenärztlicher Begleitung führen die meisten Betroffenen einen weitgehend normalen Alltag. Wichtig: Augenreiben konsequent vermeiden.

Keratokonus und Familienanamnese: Wer sollte zur Vorsorge?

Der Keratokonus tritt in manchen Familien gehäuft auf. Eine genetische Veranlagung gilt als Risikofaktor.

Deshalb gilt: Sind Sie betroffen, sollten auch Ihre Geschwister und Kinder ihre Hornhaut untersuchen lassen – selbst ohne Beschwerden.

Der Grund liegt im schleichenden Beginn. Frühe Stadien verlaufen oft völlig symptomlos.

Ein Sehtest reicht hier nicht aus. Nur eine spezielle Hornhautmessung (Vermessung der Hornhautform, etwa per Topografie) zeigt feine Veränderungen zuverlässig.

Eine besondere Gruppe sind Menschen mit Down-Syndrom. Die Häufigkeit eines Keratokonus liegt bei bis zu 15 % (Quelle: Uniklinik Köln). Für sie sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen deshalb besonders wichtig.

Der Nutzen einer frühen Diagnose ist praktisch. Je eher wir Veränderungen erkennen, desto mehr Behandlungsoptionen bleiben offen – für Sie und Ihre Angehörigen.

Oft macht eine Diagnose in der Familie andere aufmerksam, sodass Verwandte sich gezielt untersuchen lassen.

Gut zu wissen: Wenn bei Ihnen Keratokonus diagnostiziert wurde, sprechen Sie Ihre Geschwister und Kinder darauf an. Eine Hornhautmessung beim Augenarzt kann frühe Veränderungen erkennen – lange bevor Beschwerden auftreten.

Häufige Fragen zu Keratokonus

Ist ein Keratokonus heilbar?

Nein, ein Keratokonus ist nicht heilbar, aber das Fortschreiten lässt sich stoppen. Das UV-Crosslinking (CXL) mit Riboflavin ist derzeit die einzige Methode, die den Verlauf über mehrere Jahre nachweislich aufhält. Es verbessert Ihre Sehkraft jedoch nicht spürbar – eine Sehhilfe bleibt nötig. Bei fortgeschrittenen Fällen kommt eine Hornhauttransplantation infrage. Lassen Sie sich frühzeitig in einem spezialisierten Zentrum beraten, um die passende Therapie für Ihr Stadium zu finden.

Wie sieht ein Mensch mit Keratokonus?

Menschen mit Keratokonus sehen verzerrt, verschwommen und mit häufig wechselnder Sehschärfe. Typisch sind starke Lichtempfindlichkeit, Ringe oder Strahlen um Lichtquellen sowie schlechtes Sehen in der Dämmerung. Viele Betroffene nehmen Doppelbilder, Schatten oder Schlieren wahr. Ursache ist ein irregulärer Astigmatismus, der sich mit einer Brille nicht vollständig korrigieren lässt. Wenn sich Ihre Sehstärke ständig ändert und die Brille nie richtig passt, sollten Sie diese Symptome augenärztlich abklären lassen.

Was sind die Ursachen für Keratokonus?

Die genauen Ursachen sind trotz zahlreicher Studien bis heute nicht eindeutig geklärt. Diskutiert werden eine unzureichende Vernetzung der Kollagenmoleküle, die die Hornhaut instabil macht, sowie eine genetische Veranlagung. Auch häufiges Augenreiben gilt als besonders gefährlicher Risikofaktor, ebenso eine Schilddrüsenunterfunktion und Neurodermitis. Menschen mit Down-Syndrom sind mit bis zu 15 % deutlich häufiger betroffen. Vermeiden Sie starkes Augenreiben und sprechen Sie bei familiärer Vorbelastung frühzeitig mit Ihrem Augenarzt.

Wie erkennt man Keratokonus und wann sollte man zum Augenarzt?

Frühe Anzeichen sind eine sich verschlechternde Kurzsichtigkeit und ständig wechselnde Brillenwerte mit einer Veränderung der Zylinderachse. Das Problem: Im Anfangsstadium ähnelt der Keratokonus einer gewöhnlichen Hornhautverkrümmung und wird oft fehlgedeutet. Die meisten Betroffenen durchlaufen jahrelange Arztbesuche bis zur genauen Diagnose. Eine sichere Feststellung gelingt nur mit Spezialgeräten beim Augenarzt. Wenn sich Ihre Sehstärke auffällig oft ändert, sollten Sie gezielt eine augenärztliche Untersuchung mit Hornhautvermessung einfordern.

Wird Crosslinking von der Krankenkasse übernommen?

Bei fortschreitendem Keratokonus kann das UV-Crosslinking von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Da sich die Regelungen ändern können, klären Sie die Kostenübernahme vor der Behandlung direkt mit Ihrer Krankenkasse und lassen Sie sich eine Zusage möglichst schriftlich bestätigen.

Ab welchem Alter kann Keratokonus auftreten?

Ein Keratokonus manifestiert sich typischerweise zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, also im zweiten Lebensjahrzehnt. Der Beginn fällt am häufigsten in die Pubertät. Die Erkrankung kann jedoch bereits im Kindesalter auftreten und sich noch bis zum 40. oder 50. Lebensjahr erstmals bemerkbar machen. Sie verläuft fast immer beidseitig, oft aber an einem Auge früher oder stärker. Achten Sie besonders in jungen Jahren auf sich häufig ändernde Sehwerte.

Was ist der Unterschied zwischen Keratokonus und normaler Hornhautverkrümmung?

Beim Keratokonus verdünnt und wölbt sich die Hornhaut fortschreitend kegelförmig vor – eine normale Hornhautverkrümmung bleibt dagegen stabil. Genau diese Ähnlichkeit macht die Diagnose schwierig, denn im Frühstadium wirken beide gleich. Der Keratokonus erzeugt jedoch einen irregulären Astigmatismus, der sich mit einer Brille nicht vollständig korrigieren lässt. Etwa 80 % der Fälle lassen sich mit Kontaktlinsen versorgen. Bei ständig wechselnden Werten sollten Sie eine Hornhautvermessung beim Augenarzt durchführen lassen.

Vereinbaren Sie einen Termin im Augenzentrum Zimmermann

Je früher ein Keratokonus erkannt wird, desto mehr Behandlungsoptionen bleiben Ihnen. Im Augenzentrum Zimmermann untersuchen wir Ihre Hornhaut mit spezialisierter Diagnostik, passen Kontaktlinsen an und begleiten Sie durch jede Phase der Erkrankung – für Eingriffe wie das Crosslinking überweisen wir Sie gezielt an spezialisierte Zentren.

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